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2026-04-21

Unterrichtsmaterialien kostenlos erstellen – für Lehrkräfte

Unterrichtsmaterialien selbst erstellen statt kaufen oder stundenlang suchen: Wie Scibly Lehrkräfte dabei entlastet, Arbeitsblätter, Übungen und Tests kostenlos zu erstellen – für alle Fächer und Klassenstufen.

Es ist Sonntagabend, 21 Uhr. Morgen früh, zweite Stunde: Klasse 8b, Weimarer Republik. Auf 4teachers gibt es tatsächlich ein Arbeitsblatt dazu — aber das Niveau stimmt nicht, der Aufbau entspricht nicht dem eigenen Unterrichtsansatz, und irgendwo ganz unten auf der Seite steht in klein, dass für die Nutzung im Schulkontext eine Quellenangabe erforderlich ist. Oder war es doch eine kommerzielle Lizenz? Nicht sicher. Also doch Word öffnen, von vorne anfangen.

Wer 30 Stunden pro Woche unterrichtet und drei verschiedene Jahrgangsstufen vorbereitet, kennt diesen Moment. Das eigentliche Problem ist nicht das Fehlen von Material — das Internet ist voll davon. Das Problem ist, dass nichts davon so ganz passt. Und dass das Anpassen oft genauso lang dauert wie das Neuerstellen.

Dieser Artikel ist kein Plädoyer für ein bestimmtes Tool. Er soll helfen, klarer zu denken: über Materialtypen, über Urheberrecht, über Workflows — und über die ehrliche Frage, ob sich der Aufwand lohnt, das eigene Vorgehen zu ändern.

Was mit „kostenlosem" Material aus dem Netz wirklich schiefläuft

Plattformen wie 4teachers, Lehrermarktplatz oder StudySmarter sind keine schlechten Ressourcen — sie sind strukturell schlecht für die eigene Klasse.

4teachers lebt von der Community: Lehrkräfte laden hoch, Lehrkräfte laden herunter. Das Material ist entsprechend heterogen. Qualitätssicherung findet kaum statt. Veraltete Inhalte, Tippfehler, didaktisch fragwürdige Aufgabenstellungen — alles dabei. Und was die Lizenzfragen angeht: Viele Materialien tragen gar keine Lizenzangabe. Das bedeutet im deutschen Urheberrecht: alle Rechte vorbehalten. Die Nutzung ist dann nur durch das Schulprivileg nach § 60a UrhG gedeckt — aber nur unter bestimmten Bedingungen, und auf keinen Fall darf man das Material verändern oder weitergeben.

Lehrermarktplatz hat ein anderes Problem: Das Bezahlmodell basiert darauf, dass Lehrkräfte Material hochladen, um selbst kostenlosen Zugriff zu bekommen. Wer nur konsumiert, zahlt schnell. Und auch hier: Qualität und Lizenzen sind Glückssache.

StudySmarter und ähnliche Lernplattformen richten sich primär an Schülerinnen und Schüler, nicht an Lehrkräfte als Materialersteller. Die Aufgabenformate passen selten zum Unterrichtsalltag einer Realschule oder eines Gymnasiums.

Das eigentliche Urheberrechtsproblem sitzt tiefer: Wer ein fremdes Arbeitsblatt aus dem Netz anpasst — ein Bild tauscht, einen Abschnitt kürzt, eine Aufgabe ergänzt — erstellt ein abgeleitetes Werk. Dafür braucht man die Zustimmung des Urhebers. Ohne explizite Creative-Commons-Lizenz oder ausdrückliche Freigabe ist das rechtlich heikel, auch wenn die Grauzone in der Schulpraxis riesig ist. Wer eigenes Material erstellt, hat dieses Problem schlicht nicht.

Welcher Materialtyp wann sinnvoll ist

Lehrkräfte denken nicht in „Materialien" — sie denken in Unterrichtssituationen. Die Frage ist nicht: Was kann ich erstellen? Sondern: Was brauche ich gerade, und warum?

Das Erarbeitungsblatt begleitet eine neue Lernphase. Es führt durch einen Sachverhalt, stellt Fragen, regt zur Auseinandersetzung an. Hier kommt es auf Struktur und Lesbarkeit an: klare Abschnitte, wenig Ablenkung, Platz für eigene Notizen. Offene Aufgaben überwiegen. Ein Erarbeitungsblatt ist kein Test — wer es so behandelt, verliert die Schüler.

Das Übungsblatt kommt, wenn der Stoff sitzt — oder sitzen sollte. Es dient der Festigung, kann gut differenziert werden (Grundaufgaben / Erweiterungsaufgaben), und eignet sich für Hausaufgaben oder Phasen stiller Einzelarbeit. Hier sind geschlossenere Formate sinnvoll: Lückentext, Zuordnung, Multiple-Choice. Automatische Auswertung ist bei digitaler Nutzung ein echter Mehrwert — Schülerinnen und Schüler bekommen sofortiges Feedback, die Lehrkraft spart Korrekturzeit.

Die Lernzielkontrolle ist das, was die meisten als „Test" kennen — aber der Begriff ist didaktisch präziser. Sie überprüft, ob definierte Lernziele erreicht wurden, nicht ob jemand gut oder schlecht ist. Wer beim Erstellen mit Lernzielen denkt, baut bessere Tests: klare Aufgabenformate, nachvollziehbare Bewertungskriterien, keine Überraschungsaufgaben. Das entlastet auch beim Elterngespräch — „Diese Aufgabe prüft genau das, was wir in Woche 3 und 4 erarbeitet haben."

Das Wiederholungsblatt hat einen anderen Rhythmus. Es verdichtet. Ideal vor Klassenarbeiten, nach längeren Ferien, oder als Einstieg nach einem Vertretungsunterricht. Hier ist Kompaktheit das Ziel: viel Inhalt, wenig Platz, bewusst knappe Aufgabenstellungen.

Die meisten Lehrkräfte erstellen instinktiv alle vier Typen — aber ohne das so zu benennen. Wer beginnt, das explizit zu tun, stellt fest: Das Erstellen wird schneller, weil die Zielvorstellung klarer ist.

Warum eigenes Material sich langfristig rechnet — und wie man den Einstieg übersteht

Die ehrliche Aussage zuerst: Wer anfängt, ein eigenes Materialsystem aufzubauen, investiert am Anfang mehr Zeit, nicht weniger. Das ist keine Fehlinformation eines Tool-Anbieters — das ist schlicht wahr.

Aber die Rechnung ändert sich nach dem ersten Jahr. Eine Lehrkraft, die Geschichte in Klasse 8 unterrichtet, hat in drei Jahren dasselbe Thema dreimal vorbereitet. Wer beim ersten Mal ein sauber strukturiertes Erarbeitungsblatt zur Weimarer Republik erstellt und speichert, öffnet es beim zweiten Mal, passt vielleicht zwei Aufgaben an den Leistungsstand der neuen Klasse an, und ist in 15 Minuten fertig. Wer jedes Mal von vorne sucht oder neu erstellt, zahlt denselben Preis dreimal.

Die Investition lohnt sich also — aber nur, wenn das Material tatsächlich wiederverwendbar gespeichert wird, nicht als durchnummerierte Word-Datei irgendwo auf dem Desktop.

Der praktische Einstieg: Nicht versuchen, das gesamte Materialsystem auf einmal zu überarbeiten. Stattdessen: Das nächste Arbeitsblatt, das sowieso erstellt werden muss, wird einmal sauber gebaut — mit dem richtigen Tool, mit Blick auf Wiederverwendbarkeit. Dann das übernächste. Nach einem Quartal hat man eine kleine, solide Basis. Nach einem Schuljahr etwas Substanzielles.

Ein konkreter Workflow: von der Planung zum fertigen Material

Was in der Praxis funktioniert, ist kein perfektes System — es ist ein wiederholbares Vorgehen.

Schritt 1: Lernziel klären, bevor geöffnet wird. Was sollen Schülerinnen und Schüler am Ende dieser Stunde können oder verstanden haben? Einmal aufschreiben, auch wenn es nur ein Satz ist. Dieser Satz steuert alle weiteren Entscheidungen: welcher Materialtyp, welche Aufgabenformate, wie viel Platz für Text.

Schritt 2: Format wählen. Erarbeitungsblatt, Übungsblatt, Lernzielkontrolle oder Wiederholung? Diese Entscheidung dauert zehn Sekunden und verhindert, dass man ein Durcheinander aus allem baut.

Schritt 3: Aufgaben eingeben, nicht formatieren. In einem strukturierten Editor wie Scibly wählt man Aufgabentypen per Klick — Lückentext, Multiple-Choice, offene Aufgabe, Zuordnung — und gibt den Inhalt ein. Das Layout entsteht automatisch. Man denkt über Inhalt nach, nicht über Abstände und Ränder.

Schritt 4: Speichern mit System. Nicht als „ABl_WR_8b_final2.docx", sondern mit Fach, Thema, Klassenstufe und Typ — so dass man es in einem Jahr noch findet. In Scibly passiert das in der persönlichen Materialsammlung; eine eigene Ordnerstruktur im Cloud-Speicher tut es auch.

Schritt 5: Teilen oder exportieren. Für Papier: PDF-Export, fertig. Für digitale Nutzung: Link teilen. Bei interaktiven Übungen können Schülerinnen und Schüler direkt im Browser arbeiten, Multiple-Choice-Aufgaben werden automatisch ausgewertet.

Gemeinsam erstellen: Kollegiale Zusammenarbeit funktioniert, wenn das Material digital ist

Papier-Arbeitsblätter wandern selten durch das Lehrerzimmer. Digitale Materialien schon — wenn die Infrastruktur stimmt.

Wer in Scibly ein Arbeitsblatt erstellt, kann es per Link mit Kolleginnen und Kollegen teilen. Die können es als Vorlage übernehmen und für ihre eigene Klasse anpassen, ohne das Original zu verändern. Das ist keine theoretische Funktion — es ist der Kern davon, wie digitale Materialien Mehrwert schaffen: nicht als Dateien, die per E-Mail hin- und hergehen und in drei Versionen vorliegen, sondern als Vorlagen, die jede Lehrkraft für den eigenen Kontext individualisiert.

Für Fachschaften ist das besonders interessant. Eine Lehrkraft erstellt das Grundmaterial zur Weimarer Republik, eine andere ergänzt Aufgaben zur Differenzierung, eine dritte passt es für eine leistungsstärkere Gruppe an. Das passiert nicht statt eigener Vorbereitung — es passiert schneller, weil nicht jede von null anfängt.

Die Frage, die niemand stellen will: Lohnt sich das neue Tool?

Wer 22 Jahre unterrichtet, hat schon viele edtech-Versprechen erlebt. „Revolutioniert Ihren Unterricht." „Spart 50% der Vorbereitungszeit." Das ist fast immer übertrieben.

Was Scibly tatsächlich tut: Es entfernt Formatierungsarbeit aus dem Erstellungsprozess. Word und Google Docs sind Textverarbeitungen, keine Unterrichtsmaterial-Editoren — man kämpft ständig mit Layout, Seitenumbrüchen, Tabellenformatierung. Scibly ist strukturiert aufgebaut: Man wählt Aufgabentypen, gibt Inhalt ein, das Ergebnis sieht professionell aus. Das spart pro Arbeitsblatt realistisch 20–40 Minuten. Nicht 50%. Aber über ein Schuljahr mit 40–60 erstellten Materialien summiert sich das.

Was es nicht tut: Es denkt nicht für einen. Die pädagogischen Entscheidungen — welche Aufgaben, welches Niveau, welche Differenzierung — bleiben Aufgabe der Lehrkraft. Das ist kein Fehler, das ist der richtige Ansatz.

Die Grundversion ist kostenlos nutzbar: erstellen, exportieren, teilen, eine persönliche Materialsammlung aufbauen. Wer viel und regelmäßig erstellt, kann auf den Pro-Plan wechseln — für erweiterte Speicherung und mehr Vorlagen. Aber um zu prüfen, ob das Vorgehen zum eigenen Arbeitsrhythmus passt, reicht die kostenlose Version vollständig.

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Häufige Fragen

Darf ich Materialien aus dem Netz anpassen und im Unterricht verwenden?
Das hängt von der Lizenz ab. Ohne explizite Freigabe (z.B. Creative Commons) schützt das Schulprivileg nach § 60a UrhG die Nutzung unter engen Bedingungen — aber keine Bearbeitung oder Weitergabe. Wer eigenes Material erstellt, umgeht das Problem vollständig.

Wie lange dauert es, ein Arbeitsblatt in Scibly zu erstellen?
Für ein einfaches Übungsblatt mit 4–6 Aufgaben realistisch 15–25 Minuten. Der größte Zeitgewinn entsteht nicht beim ersten Erstellen, sondern beim Wiederverwenden: ein gespeichertes Blatt anpassen dauert oft weniger als 10 Minuten.

Kann ich Materialien mit Kolleginnen und Kollegen teilen?
Ja. Jedes Material kann per Link geteilt werden. Kolleginnen und Kollegen können es als Vorlage übernehmen und für ihre eigene Klasse anpassen — ohne das Original zu verändern.

Was passiert mit meinen Materialien, wenn ich Scibly nicht mehr nutze?
Alle selbst erstellten Materialien können als PDF exportiert werden — jederzeit, unabhängig vom Abo-Status.

Für welche Klassenstufen eignet sich Scibly?
Hauptsächlich Sekundarstufe I und II (Klasse 5–12) sowie Berufsschule. Der Editor ist fachübergreifend und funktioniert für MINT-Fächer, Sprachen, gesellschaftswissenschaftliche Fächer und berufsbildende Inhalte.


Scibly ist eine Plattform für die Erstellung von Unterrichtsmaterialien. Entwickelt für Lehrkräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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