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Bildung•8 Min. Lesezeit

Schulungsplan erstellen: Vorlage und Schritt-für-Schritt-Anleitung

Felix
FelixCo-Founder, Scibly
Veröffentlicht am13. Juni 2026
Schulungsplan erstellen: Vorlage und Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schulungen, die es in den Kalender schaffen, finden auch statt. Schulungen, die nicht geplant sind, werden von Tagesgeschäft, Projekten und Quartalszielen verdrängt — Jahr für Jahr.

Ein Schulungsplan ist kein aufwändiges Projekt. Er ist die Entscheidung, welche Schulungen wann für wen stattfinden — und wer dafür verantwortlich ist. Dieser Artikel zeigt, wie du das strukturiert angehen kannst, inklusive einer Vorlage, die du direkt anpassen kannst.

#Was ein Schulungsplan enthält

Ein funktionierender Schulungsplan beantwortet sechs Fragen:

  1. Was soll geschult werden? (Thema / Kompetenz)
  2. Wer soll teilnehmen? (Zielgruppe)
  3. Warum ist diese Schulung notwendig? (Geschäftsanlass: Compliance, Kompetenzlücke, neue Prozesse)
  4. Wie wird geschult? (Format: E-Learning, Präsenz, Blended)
  5. Wann findet die Schulung statt? (Datum / Zeitraum)
  6. Wer ist verantwortlich für Planung, Durchführung und Nachverfolgung?

Ohne eine klare Antwort auf alle sechs Fragen ist ein Schulungsplan kein Plan — es ist eine Wunschliste.

#Schulungsplan-Vorlage

Diese Vorlage kannst du als Ausgangspunkt für deinen Jahresschulungsplan verwenden:

SchulungsthemaZielgruppeAnlassFormatZeitraumVerantwortlichStatus
Datenschutz / DSGVOAlle MitarbeitendenPflicht (jährlich)E-LearningQ1HR📋
ArbeitssicherheitAlle MitarbeitendenPflicht (jährlich)E-LearningQ1HR📋
IT-Sicherheit / PhishingAlle MitarbeitendenPflicht (jährlich)E-LearningQ1IT / HR📋
Neue Mitarbeitende: OnboardingNeue MA ab EintrittsdatumOnboardingBlendedLaufendHR📋
Führungskräfte: Feedback-GesprächeAlle TeamleiterKompetenzentwicklungWorkshopQ2HR / Ext. Trainer📋
Verkauf: EinwandbehandlungVertriebsteamKompetenzlücke (aus Analyse)E-Learning + CoachingQ2Sales-Lead📋
Neue Software: CRM-SystemBetroffene AbteilungenProzessänderungPräsenzschulungQ3Projektteam📋
JahresabschlussgesprächeAlle FührungskräfteJährlicher RhythmusKurzworkshopQ4HR📋

Statusspalte: 📋 Geplant · 🔄 In Durchführung · ✅ Abgeschlossen · ⏸ Verschoben

Beginne mit den Pflichtschulungen. DSGVO, Arbeitssicherheit und IT-Sicherheit sind in den meisten Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben — und werden bei Audits als erstes abgefragt. Wer diese nicht nachweisen kann, hat ein Problem. Alle anderen Schulungen bauen dann auf dieser Basis auf.

#Schritt-für-Schritt: Wie du einen Schulungsplan erstellst

#Schritt 1: Schulungsbedarf ermitteln

Bevor du irgendetwas planst, musst du wissen, was tatsächlich gebraucht wird. Drei Quellen:

Pflichtschulungen: Was ist gesetzlich oder regulatorisch vorgeschrieben? DSGVO-Schulungen, Arbeitssicherheitsunterweisungen, Brandschutz, branchenspezifische Compliance (z. B. Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Lebensmittelindustrie). Diese sind nicht verhandelbar — und stehen als erstes in den Plan.

Kompetenzlücken: Was zeigen Performance-Gespräche, Fehleranalysen oder Kundenfeedback? Wo schlägt das Tagesgeschäft Lücken in Wissen oder Fähigkeiten sichtbar? Das sind die Schulungen mit dem direktesten Business Impact.

Strategische Prioritäten: Was plant das Unternehmen für das kommende Jahr? Neue Software, neue Märkte, neue Prozesse — jede strategische Veränderung zieht Schulungsbedarf nach sich.

#Schritt 2: Prioritäten setzen

Nicht alles, was wünschenswert ist, ist machbar. Sortiere deinen Schulungsbedarf nach zwei Dimensionen:

  • Dringlichkeit: Gibt es eine Frist (gesetzliche Pflicht, Audit, Produktlaunch)?
  • Impact: Wie direkt wirkt sich diese Schulung auf Geschäftsergebnisse aus?

Pflichtschulungen kommen immer zuerst. Bei allem anderen: je höher Dringlichkeit und Impact, desto weiter vorne im Plan.

#Schritt 3: Formate festlegen

Nicht jede Schulung braucht einen Trainer und einen Konferenzraum. Überlege für jede Schulung:

SituationEmpfohlenes Format
Compliance/Pflichtschulung, standardisierter InhaltE-Learning (einmalig erstellt, mehrfach genutzt)
Komplexe Soft Skills (Führung, Kommunikation)Präsenzworkshop oder Blended
Prozessschulung für ein neues SystemKombination: Video + Live-Demo + Q&A
Wissen, das sich häufig ändertKurze Mikrolerneinheiten, leicht aktualisierbar
Kleine Zielgruppe, sehr spezifisch1:1-Coaching oder kollegiales Lernen

Wenn du zwischen Präsenz und E-Learning wählst: E-Learning skaliert, ist trackbar und kostet pro Nutzung weniger. Präsenz eignet sich für Inhalte, bei denen Interaktion, Übung oder gemeinsames Erleben entscheidend sind.

#Schritt 4: Zeitplan festlegen

Verteile Schulungen über das Jahr — nicht alles in Q1 packen. Berücksichtige:

  • Saisonale Spitzen: In Hochsaisons (z. B. Retail Q4, Steuerberatung Q1) sind Mitarbeitende schwerer für Schulungen erreichbar
  • Neue Mitarbeitende: Onboarding-Schulungen laufen laufend, nicht nur einmal jährlich
  • Ernuerungsfristen: Manche Pflichtschulungen müssen jährlich wiederholt werden — plane das voraus

#Schritt 5: Verantwortlichkeit definieren

Für jede Schulung im Plan: eine konkrete Person als verantwortlich. Nicht "HR" — eine Person mit Namen. Die Verantwortliche koordiniert Terminplanung, Inhalte und Nachverfolgung.

#Schritt 6: Tracking einrichten

Wie weißt du am Ende des Jahres, ob der Plan umgesetzt wurde? Ein guter Schulungsplan ist nutzlos, wenn niemand Fortschritt sieht.

Möglichkeiten:

  • Excel/Sheets: Für kleine Teams machbar, aber aufwändig in der Pflege
  • LMS: Automatisches Tracking — wer hat welche Schulung abgeschlossen, wann, mit welchem Ergebnis

Mit einem LMS kannst du Schulungen direkt aus dem Jahresplan zuweisen, Fristen setzen und automatisch per E-Mail erinnern lassen. Du siehst jederzeit, wer im Plan hinterher ist — ohne manuell nachzufragen.

#Häufige Fehler beim Schulungsplan

Zu ambitioniert planen, zu wenig umsetzen. Ein Plan mit 30 Schulungsthemen und einem unrealistischen Zeitrahmen demotiviert mehr als er nützt. Besser: 10 Schulungen vollständig durchgezogen als 30 halb fertige.

Kein Budget eingeplant. Externe Trainer, Lizenzkosten für E-Learning-Plattformen, Arbeitszeit für die Entwicklung interner Kurse — Schulungen kosten. Wer das nicht vorher einplant, scheitert an der Umsetzung.

Pflichtschulungen vergessen. Der am häufigsten unterschätzte Fehler. Compliance-Schulungen stehen selten freiwillig oben auf der Prioritätenliste — aber bei einem Audit oder Vorfall wird immer zuerst gefragt, ob sie gemacht wurden.

Kein Feedback-Loop. Ein Schulungsplan ohne Erfolgsmessung ist eine einmalige Übung. Baue ein, wie du nach jeder Schulung überprüfst: Hat sie etwas gebracht? Was würdest du nächstes Jahr anders machen?

#Schulungsplan und Mitarbeitergespräche

Viele Unternehmen verbinden den Jahresschulungsplan mit den Mitarbeiterjahresgesprächen: Entwicklungsbedarfe, die dort identifiziert werden, fließen in den Plan des nächsten Jahres ein. Das ist sinnvoll — aber nur, wenn der Plan auch tatsächlich nachverfolgt wird.


Wenn du Schulungen nicht nur planen, sondern auch direkt in einem LMS durchführen, tracken und nachweisen möchtest, sieh dir an, wie Scibly den Weg vom Schulungsplan zur dokumentierten Durchführung abbildet — ohne separates System für Planung, Durchführung und Reporting.

Mehr zur Planung im größeren Kontext findest du im Artikel Mitarbeiterschulung planen.

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