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Glossar

Deliberate Practice

K. Anders Ericssons Konzept hochstrukturierter, anstrengender Übung, die gezielt auf spezifische Schwächen knapp oberhalb des aktuellen Fähigkeitsniveaus zielt und mit unmittelbarem Expertenfeedback kombiniert wird – im Unterschied zu bloßer Wiederholung oder jahrelanger unfokussierter Erfahrung.

Deliberate Practice bezeichnet eine sehr spezifische Form des Übens, die sich von bloßer Wiederholung deutlich unterscheidet. Geprägt wurde der Begriff vom Psychologen K. Anders Ericsson, dessen Forschung zur Entstehung von Spitzenleistung oft (und ungenau) als "10.000-Stunden-Regel" zusammengefasst wird. Ericssons eigentlicher Punkt war ein anderer: Nicht die Anzahl der Stunden entscheidet, sondern die Qualität der Übung.

#Ein konkretes Beispiel

Zwei Vertriebsmitarbeiter führen seit fünf Jahren Verkaufsgespräche. Mitarbeiter A führt seine Gespräche wie gewohnt, ohne gezielte Rückmeldung, und wiederholt dabei über Jahre hinweg dieselben Muster, gute wie schlechte. Mitarbeiterin B nimmt regelmäßig einzelne Gesprächsausschnitte auf, bespricht sie danach mit einer erfahrenen Kollegin, bekommt konkretes Feedback zu einer einzigen, klar benannten Schwäche, etwa "du fragst zu selten nach dem Budget", und übt gezielt genau diesen einen Punkt in den nächsten Gesprächen. Nach fünf Jahren hat Mitarbeiter A fünf Jahre Erfahrung angesammelt, aber nicht zwangsläufig fünf Jahre Verbesserung. Mitarbeiterin B hat gezielt an aufeinanderfolgenden, klar benannten Schwächen gearbeitet.

#Warum reine Erfahrung nicht automatisch zu Können führt

Der zentrale Punkt bei Deliberate Practice ist, dass sie außerhalb der Komfortzone stattfindet, aber nicht beliebig schwer ist, sondern genau auf eine identifizierte Schwäche zielt, und dass unmittelbares, spezifisches Feedback folgt. Ohne dieses Feedback fehlt der Mechanismus, der aus Wiederholung tatsächlich Verbesserung macht.

Für L&D-Teams bedeutet das: Ein einmaliges Feedback-Gespräch pro Jahr erfüllt die Kriterien für Deliberate Practice nicht. Wirksamer sind kurze, häufige Feedback-Zyklen zu einzelnen, konkret benannten Fertigkeiten, statt allgemeinem Feedback zur Gesamtleistung.

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