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Glossar

Desirable Difficulties

Robert Bjorks Konzept für Lernbedingungen – etwa Abrufübungen, Spacing, Interleaving oder Variabilität –, die das Lernen im Moment schwerer erscheinen lassen, aber zu stabilerem, dauerhafterem und besser übertragbarem Wissen führen.

Desirable Difficulties, wünschenswerte Erschwernisse, ist ein Begriff des Gedächtnisforschers Robert Bjork für eine Gruppe von Lernbedingungen, die während des Lernens mehr Anstrengung verlangen, dafür aber langfristig zu deutlich besserem Behalten führen. Der entscheidende zweite Teil des Begriffs wird häufig übersehen: Nicht jede Erschwernis ist wünschenswert. Reine Überforderung, etwa durch zu komplexen oder unpassend sequenzierten Stoff, ist keine Desirable Difficulty, sondern einfach eine schlechte Lernbedingung.

#Ein konkretes Beispiel

Zwei Vertriebsteams lernen dieselben vier Einwandbehandlungstechniken. Team A übt eine Technik nach der anderen in Blöcken, jede Technik zehnmal hintereinander, was sich während des Trainings flüssig und erfolgreich anfühlt. Team B übt dieselben vier Techniken gemischt und in zufälliger Reihenfolge, was sich während des Trainings holpriger und fehleranfälliger anfühlt. Eine Woche später, in einem echten Verkaufsgespräch mit einem neuen, ungeübten Einwand, erkennt Team B zuverlässiger, welche Technik gerade passt, weil es gelernt hat, zwischen den Techniken zu unterscheiden, nicht nur, sie einzeln abzuspulen.

#Warum das schwerere Lernen besser hält

Der gemeinsame Mechanismus hinter den verschiedenen Desirable Difficulties ist, dass sie das Gehirn zwingen, aktiver zu verarbeiten, statt sich auf die Vertrautheit einer bereits mehrfach wiederholten Information zu verlassen. Vertrautheit mit einem Inhalt wird leicht mit tatsächlichem Können verwechselt, gerade weil sich blockweises, wiederholtes Üben während des Trainings so überzeugend anfühlt.

Die bekanntesten Desirable Difficulties sind Retrieval Practice (aktiver Abruf statt Wiederlesen), Spacing (Wiederholung über Zeit verteilt statt am Stück) und Interleaving (Themen mischen statt blockweise üben). Alle drei erzeugen kurzfristig ein Gefühl geringerer Kompetenz, das häufig fälschlich als Zeichen schlechten Trainingsdesigns interpretiert wird, obwohl es genau umgekehrt ist.

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